32 Tage

… bis Barcelona.

Barcelona2

Nachdem London im letzten Jahr eher nicht so schön war (zu laut, zu stressig und zu teuer), und es dieses Jahr eigentlich keinen Städtetrip geben sollte (wegen Geld sparen für Umzug und so), freue ich mich umso mehr, dass ich mich Ende April doch noch dazu entschlossen habe, Barcelona zu buchen. WIE gut diese Idee war, muss sich noch herausstellen. Wir, also die Göre, ihr Finchen und ich*, fliegen am 28. Juli. Katalonien im Hochsommer. Mit jahreszeitenunabhängigen, menopausenbedingten Schweißausbrüchen, Kreislauf und Übergewicht. Ich hab Angst!

Aber ich habe bereits Pläne, wie es funktionieren könnte:

  1. Viel viel viel viel viel trinken! (Sangria und Cidre zählt nicht!)
  2. Vor dem Aufstehen das Hotel verlassen, vor dem Mittag wieder zurück, und dann erst wieder abends rausgehen. (Zwischendurch meiner liebsten Lieblingsbeschäftigung nachgehen: schlafen.)
  3. Klimaanlage im Hotel und extra gekauften (!) Ventilator ausgiebig nutzen!
  4. Erfrischungstücher, Ice-Stick (von 4711, außer dass es nach Oma riecht, ist das Teil genial!) und Handtuch immer dabei!
  5. So wenig wie möglich bewegen, und wenn, dann gaaaaaanz laaaangsam!
  6. No sports! (Als hätte ich im Urlaub jemals Sport gemacht …)

Hat noch wer sinnige Tipps für mich? Dann immer her damit!

 

*Der Marvin kommt dieses Mal nicht mit. Erstens war der schon zweimal in Barcelona, zweitens ist der viel zu pelzig und entsprechend warm, um den bei der Hitze den ganzen Tag mit mir rumzuschleppen, und drittens brauche ICH auch mal Urlaub!

Leer gecached? Noch lange nicht!

(Zum Beitrag von Marvin möchte ich mich nicht weiter äußern. Besser is das. Nur so viel: 
Mein lieber Schwan! *augenroll*)



„Leer gecached“ ist Barcelona natürlich noch lange nicht. Und das ist auch gut so, denn so kann ich (hoffentlich) noch viele Geocaching-Urlaube in der allerschönsten Stadt aller Städte verbringen. Es war so toll! 

Jedem, 

– der sich nicht nur in Museen rumdrücken will, sondern gern an der frischen Luft unterwegs ist, 

– der eine Stadt von einer anderen Seite kennen lernen will, als die Touristen, die sich via Reiseführer an die „muss man gesehen haben“-Orte begeben, sich dort in Massen dem Gedrängel hingeben und von Land und Leuten so viel mitbekommen wie die Katze davon, dass ihr ein Haar ausfällt,

– der kleine (wahlweise auch große) Herausforderungen liebt,

– der gern puzzelt und tüftelt und erst aufgibt, wenn der Magen knurrt, das Wasser alle ist oder die örtliche Polizei empfiehlt, sich um diese Uhrzeit in diesem Bereich der Stadt besser nicht aufzuhalten,

empfehle ich einen Geocaching-Urlaub in der Stadt seiner Wahl. (Erwähnte ich bereits, dass es toll war?)

Die Vorarbeiten waren ein bisschen anstrengend, aber es war ja auch das erste Mal, dass ich so einen Urlaub geplant habe. Beim nächsten Mal weiß ich, was ich machen muss und was überflüssig ist, da wird die Planung entspannter sein. (Und eins ist sicher: es wird auf jeden Fall ein nächstes Mal geben!)

Wir, die Göre und ich (!), haben an 7 Tagen 28 Caches gefunden, zwei Travelbugs ausgesetzt 

und die Göre hat ihren 100sten Cache gehoben. 
(Herzlichen Glückwunsch nochmal!)
Wenn das kein erfolgreicher Trip war, dann weiß ich es auch nicht. Es war toll!

Der gruseligste Cache
Einen Cache gab es, den wir wohl niemals mehr vergessen werden: „VIPER!“
Der Name des Caches ließ schon nichts Gutes vermuten und die Logeinträge der bisherigen Finder ebenfalls nicht. Wir waren uns einig: „Da gehen wir nicht hin, da gibts Schlangen!“. Dann, nachdem ich mich mit Café con leche etwas beruhigt hatte und wieder einigermaßen klar denken konnte, kam mir in den Sinn, dass der Cache in einem gut besuchten Park liegt und dass da bestimmt nicht überall Schlangen in den Büschen lauern. Schlangen in Barcelona? Son Quatsch! Und weil wir ja schließlich keine Weicheier sind, haben wir uns auf den Weg gemacht. 

Der Anstieg auf einen Hügel im Parc Güell war, bei gefühlten 48 Grad im Schatten (nur ohne Schatten), nicht nur schweißtreibend sondern auch sonst, vor allem für ungeübte Bergsteiger wie uns, sehr anstrengend. Fast oben angekommen, musste ich aufgeben. Ich habe mich an einen Baumstamm gelehnt, und alle Viere von mir gestreckt. Zum Glück ist die Göre um Einiges zäher als ich und so machte sie sich allein auf den Weg, um die VIPER! zu bändigen.
Sie kam allerdings (zum Glück ohne VIPER!) recht schnell zurück, erklärte die Lage („da is was, aber ich komme irgendwie nich ran und es ist auch nich mehr so steil da“) und weckte damit meinen Ehrgeiz (DICH kriegen wir, Du Sau! äh … Schlange!). Ich also meine letzten Energiereserven aktiviert und meine akrobatischen Fähigkeiten unter Beweis gestellt (nee, überhaupt nicht mehr steil und auch kaum felsig!). An der Stelle, wo die Göre nicht „rankam“, konnte ich nix entdecken, also suchten wir weiter das nähere Umfeld ab. „Ich glaub, ich hab was gefunden, guck mal zwischen den beiden Steinen da, da glitzert doch was. Könnte eine Dose sein.“ Die Göre hat´s entdeckt, also soll der Göre auch die Dose gehören! (Ich wäre eh nicht ran gekommen, weil nochmal „ein bisschen“ Klettern nötig gewesen wäre …). Ein gellender Schrei! „Wuaaaaaaahhhhh!“ und eine sich schüttelnde Göre hüpft mir vor die Füße. „Wattn passiert?“ Die Göre hatte den Stein angehoben … ratet, was sie darunter gefunden hat!

(Allein  beim Anblick des Fotos gruselt es mich schon wieder!)

Wir haben dann auf das Loggen verzichtet und recht zügig das Weite gesucht. Ich hatte auch Durst und musste mal Pipi und so …

Später habe ich dann bei geocaching.com diesen Logeintrag gemacht (blackviolet = die Göre):

Am nächsten Tag erreichte mich eine Mail des Owners:

If it was the mother on top you just saw,
You are allowed to log,  my unbrave pals!
Not really beaten snyonr YET ;-)“


Aaaaalso, wenn das „nur“ „the mother on top“ war, dann möchte ich lieber nicht wissen, was uns (in dem Fall die Göre) unter der „mother on top“ erwartet hätte. Mich gruselt´s schon wieder …


Der merkwürdigste Cache
Den merkwürdigsten Cache haben wir am Strand von Barceloneta gefunden.  Eigentlich ein typischer Cache: magnetisch, unter einer Sitzbank versteckt, und die Koordinaten stimmten auch. Nur war das Ding nicht zu öffnen. Und wenn das kein Cache ist, was ist das denn dann??? 

„Is this the cache or is it not?“ schrieb ich dem Owner, habe allerdings leider bisher keine Anwort bekommen. (Wahrscheinlich haben wir stundenlang vor irgendeinem Standard-Sitzbänke-Bauteil gesessen, es angestarrt, dran rumgefummelt und uns zum Oberhorst gemacht.)


Der am längsten gesuchte Cache
Nicht ganz einfach, unauffällig an, unter und neben einer Werbetafel nach einem Cache zu suchen, während wenige Meter entfernt hunderte von Taxikutschern zugucken.
Den Cache haben wir nicht gefunden, aber ein Foto hab ich gemacht. Auch schön.

Der beeindruckendste Cache
Eigentlich war der Cache selbst eher unspektakulär, aber der Ort an dem wir ihn gefunden haben, der Cementiri de Poblenou, einem Friedhof, den es sich wirklich zu besuchen lohnt, und ganz besonders diese Statue

haben bei mir einen unglaublichen Eindruck hinterlassen. Der letzte Kuss …


Fazit:
Mein, unser, erster Geocaching-Urlaub war lustig, spannend, lustig, anstrengend, lustig, aufregend, lustig und lustig. In drei Worten:

Es war toll!

(Übrigens: der Marvin hat natürlich keinen einzigen Cache gefunden! Das musste noch schnell gepetzt werden.)

Lehrkäscht!

Den Marvin hat den Batzelona lehrkäscht! 

Ja, da guckt ihr aber, ne? Ich hab den Göre und den Bea mitnehmt, aber die ham nur zuguckt. Und Fotos macht. 

Immer wenn den Marvin ausschlaft hat, hat ihn den beiden Mädchen weckt und sagt: „Los, aufstehn, den Marvin will käschen gen!“ Da ham den zwar meckert, aber dann sind ihn doch aufsteht.
Und dann sind wir in ein Café gangen und ham ein Plan für den Tach macht. (Also den Marvin hat den Plan macht. Den Mädchen ham nur Kaffee konn Lätsche trinkt.) 

So ein Käschingurlaub geht nich einfach so. Den macht viel Arbeit. Ich hab dann ma alle Wege plant 

und dann sind wir losgangen.

Und jetz zeich ich euch ma, welchen Käschs ich alle holt hab. Guck:

Den ersten war gleich in den Nähe von den Hotel. Den war ganz schön schwer vergesteckt. Kannz du ihn sehn?

Den Bea hat den schon in letzten Jahr sucht, aber nicht funden. Und wer hat ihn funden?
Richtig geratet: den Marvin!
Den nexten Käsch war auch ein bisschen schwer, 
aber türlich nich für den Marvin!
Und dann mussten wir an eine schöne Laterne suchen, aber schon wieder hat nur den Marvin sucht, 
den Göre hat einfach nur sessen und sich ausruht. Guck:
Aber den Marvin hat den Käsch auch leine funden, 
dazu brauch ihn den Göre gar nich!
Und dann kam den größten Unvergeschämtheit von allen:
Da tut den Göre einfach so, als hätte ihn ihn selbst funden! Boah!
Und den hat sogar sein Namen blackviolet in den Logbuch eintragt und den Bea hat sein Namen MyBea auch eintragt!
Den sind beide Vergeräter!
Bei den nexten genau den gleichen. 
Den Marvin hat ihn sucht und funden,
und den Göre tut einfach so als wenn ihn ihn funden hat
(Pah! So ein Angebergöre!)

und dann ham sich den Göre und den Bea in den Logbuch eintragt:
Dabei hat den Marvin den ganzen Arbeit leine macht!

So ging den den ganzen Käschingurlaub. Bein nexten Mal nehm ich den beiden aber nich mehr mit!

Jetz bin ich zwar ein bisschen geleidigt, aber ich zeich euch trotzden noch den anderen Käschs, ok?


Den hier war ganz schön kniffelich zun finden, aber für den Marvin türlich kein Problem:
und den hier auch:

(wer sich in den Logbuch eintragt hat, als wenn ihn ihn selbst funden hätte, brauch ich euch jetz gar nich mehr sagen, ne?)
Dann hat den Göre mir auch ein bisschen leid tan, weil den gar kein Käsch leine funden hat, und ich hab ihn zeicht, wo ihn noch mehr Käschs finden kann. Hier:
und hier:
und hier:
und hier:
und hier auch überall:
Und dann kam den Göre sein großen Tach!

Wir warn grad so bei den Batzelona sein Bahnhof, 
da hab ich ihn sehn
und dann hat ihn den Göre auch funden
(also den Marvin hat ihn funden, aber ihn hat den Göre zeicht wo den is, damit ihn an sein großen Tach nich so traurich is)
HURRA!

Da hat den Marvin kratuliert und fragt, ob ihn sich denn jetz auch ma in den Logbuch reinschreim darf. Da hat den Göre sagt, den Marvin soll sein Klappe halten und ersma selber hundert Käschs finden. So ein blöden Göre! Aber ich war nich lange geleidicht, weil ich den Göre sein großen Tach nich vergesauen wollte.

Wir warn dann noch in ein Park und da hab ich den Göre noch ein schönen Käschvergesteck zeicht
Ihn hat natürlich wieder so tan als … aber is auch gal jetz. Hauptsache den Marvin weiß was ihn funden hat und was nich. So!
Da kann ihn sich so viel in den Logbücher reinschreim wie ihn will!

Familie W.?

Flughafen Barcelona, 12 Uhr 44:

„Sind Sie Familie W.?“

„Ja.“

„Schön, dass Sie da sind, wir wollten soeben ihr Gepäck wieder ausladen.“
Oups …

In meinen Reiseunterlagen steht eindeutig: Abflug ab Barcelona 12 Uhr 45 … und wenn ich in Kiel mit dem Bus in die Stadt fahre, reicht es ja auch wenn ich pünktlich an der Bushaltestelle bin. Kann ICH doch nich wissen, dass das bei der Lufthansa anders is! Boarding? So´n Quatsch!

Egal, wir (die Göre, der Marvin und ich) haben es ja noch geschafft. Und die Aufmerksamkeit aller Mitreisenden ebenfalls. Es ist unter Umständen ein weiter Weg bis Reihe 31, das sach ich Euch!

Und als wir in Frankfurt ausstiegen (um in den Flieger nach Hamburg umzusteigen), wurden alle Passagiere mit einem freundlichen „Auf Wiedersehen“ verabschiedet. Nur wir nicht. Zu uns ham sie „Tschüß“ gesagt …

Trotzdem war es ein gelungener (und für uns total lustiger) Abschluss, eines supertollen, superlustigen, superanstrendenden, supersuper Geocachingtrips nach Barcelona.

Jetzt muss ich erstmal Fotos sichten, die nichtherzeigbaren vernichten, die herzeigbaren bearbeiten und die anderen … äh … ok, war warm in Katalonien. Später mehr.

4 Monate und 20 Tage

… noch. Dann gehts auf die nächste Barcelona-Reise. Wir freuen uns schon sehr, die Göre, der Marvin und ich. Obwohl der Marvin ein bisschen beleidigt ist, dass er bisher nicht weiter über unseren letzten Barcelona-Trip berichten durfte. Und ICH hätte da auch noch das Eine oder Andere zu erzählen. Ich sollte einfach mal wieder mehr Zeit am PC verbringen …

Und da war da noch die Punktezählerei. Die fällt aus. Das neue Weigh-Watchers-Programm sieht für den Start zwei punktezählfreie Wochen vor. Ob das man gut geht?
Heute ist mein Tag 4 und ich fühle mich sauwohl. Keine Heißhungerattacken, keine Schokoladenfressorgien. Die Portionen sind so groß, dass selbst ein staatlich anerkannter Vielfraß nicht hungern müsste. Ich habe ein bisschen Bedenken, dass ich das mit der Kocherei auf Dauer hinbekomme. Noch ist das ganz easy, ich hab Urlaub und jede Menge Zeit, aber was ist, wenn mein Alltag wieder losgeht? Schaumermal.


Ich wünsche Euch allen 
ein gesundes und glückliches neues Jahr!