Kieler-Regen-Woche 2011

Ich wohne jetzt seit zweieinhalb Jahren in Kiel und erlebe die dritte Kieler Woche meines Lebens. Ok, das stimmt so nicht ganz, von „erleben“ kann in diesem Jahr nicht wirklich die Rede sein, denn ich habe keinen Urlaub gehabt und hatte nur zweimal die Gelegenheit, einen kurzen, halbstündigen Abstecher in die Stadt zu machen. (Zwei Konzerte, die ich gern gesehen und für die ich auch zwei Horror-Arbeitstage in Kauf genommen hätte, habe ich ausfallen lassen. Das war mir dann doch ein bisschen zu unsicher —> Klick
So wie es aussieht, werde ich auch heute und morgen nicht in die Stadt gehen können. Das macht mich zwar einerseits ein bisschen traurig, andererseits wäre es bei diesem Wetter wohl auch kein wirkliches Vergnügen für mich gewesen und von daher hält sich die Trauer in Grenzen. 
Für alle, die sich auf die Kieler Woche 2011 gefreut haben und für die sie quasi buchstäblich ins Wasser gefallen ist, tut es mir total leid. Ich selbst baue jetzt auf´s nächste Jahr, denn dann habe ich die ganze Woche frei und ich bin sicher, dass sich dann auch das Wetter wieder von seiner allerbesten Seite zeigen wird. Ich freu mich drauf!
Übrigens:
Ich höre und lese an jeder Ecke „Typisches Kieler-Woche-Wetter.“, „Natürlich Regen, wie jedes Jahr.“, „Das ist normal, das war nie anders.“ … und dann kann ich nur verständnislos den Kopf schütteln, denn die Kieler Woche 2009 und die Kieler Woche 2010 zeigten sich wettertechnisch von ihrer allerschönsten Sommerseite und nachdem ich dann mal ein bisschen nachgebohrt hatte, erzählte man mir, dass es wohl auch 2008 gar nicht sooooo schlecht gewesen sein soll. Warum dann das Genöhle? Klarer Fall von selektiver Wahrnehmung?
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Kieler Woche 2011 – Tommys Traumreise

Heute war ich in der Stadt und weil zufällig Kieler Woche ist und weil es zufällig gerade kurz vor 16 Uhr war, bin ich zum Kieler-Woche-Hoftheater in den Hiroshima-Park gegangen und habe mir „Tommys Traumreise“ vom Holzwurmtheater (Winsen/Luhe) angesehen. Schön war´s! 
Der Puppenspieler Jens Heidtmann beherrscht es nicht nur hervorragend, den Puppen Leben einzuhauchen, sondern kann auch toll singen. Bei den meisten Puppentheaterstücken, die ich bisher gesehen habe, wurden die kleinen Zuschauer irgendwann unruhig und fingen an, zu stören. Heute war das ganz anders, die Kinder waren gebannt von dem, was da auf der Bühne passierte und man hatte den Eindruck, alle waren mit auf die Reise gegangen – auf Tommys Traumreise. 

Tommys Traumreise

Ein skurril-poetisches Piratenabenteuer.

Ein alter ausgedienter Leuchtturm an der See gehört Tommys Onkel Hugo, der ihm und seinem Vater erlaubt hat, dort Urlaub zu machen. Tommy ist mächtig aufgeregt, denn der Leuchtturm steht in einer Piratenbucht! Ob es dort noch Piraten gibt oder vielleicht sogar Piratenschätze dort zu finden sind?
Er will es unbedingt herausfinden.

Bei der Abfahrt herrscht auf dem Bahnhof ein hektisches Getümmel. Erschöpft von der ganzen Aufregung setzt Tommy sich auf den Bahnsteig auf eine Bank und schläft ein. Im Traum erlebt er ein phantastisches Piratenabenteuer, in dem er mit Hilfe seines Traumhundes Schnuffel eine Mutprobe bestehen muss, um seinen größten Schatz zurückzubekommen.

Er taucht ein in eine skurrile und dennoch emotional nachvollziehbare Welt ein, in der alles seine ganz eigene Logik besitzt.

Brunchdesaster

Heute war ich Brunchen. 
Brunchen im Hofbräu, so richtig bayrisch, darauf hatte ich mich schon einige Tage lang gefreut. Das Wetter war heute bombastisch und außerdem fand ein paar Meter weiter, unter freiem Himmel, sowohl das Fest der Biere als auch ein großer Flohmarkt statt, womit sich die gähnende Leere in dem Lokal erklären ließ. Dachte ich jedenfalls zuerst. 
Nachdem wir uns einen Tisch ausgesucht hatten, wir hatten ja quasi die freie Auswahl, kam auch schon gleich eine freundliche Bedienung an unseren Tisch um uns mitzuteilen, dass die Getränke aber nicht im Brunchpreis von 9 Euro 80 enthalten wären sondern extra berechnet würden. Ungewöhnlich, unverständlich, aber wohl nicht zu ändern. 
Wir hatten Hunger und Kaffeedurst, also bestellten wir  Kaffee, Tee und Orangensaft und einmal Kaffee ohne Koffein. Gibts nicht. Kaffee ohne Koffein gibts nicht? Blöd, aber nicht zu ändern. 
Also stattdessen Kakao bestellt und ans Buffet gestürmt, das ein bisschen stiefmütterlich in einer dunkle Ecke des weitläufigen und tageslichterhellten Lokals plaziert war. Schade, aber nicht zu ändern. 
Es gab einen kleinen Korb mit unterschiedlichen Brötchen. Wollte man ein Brötchen haben, das unter den anderen hervorlugte, musste man mit der Hand danach wühlen und dabei zwangsläufig Brötchen anfassen, die möglicherweise irgendjemand anders essen würde und weil ich nicht wusste, wer da schon alles rumgewühlt hatte, verzichtete ich auf Brötchen und nahm Brot. Außerdem hatte sich wohl leider noch nicht bis hierher rumgesprochen, dass man in Kiel auch am Sonntag FRISCHE Brötchen kaufen kann und dass aufgebackene Brötchen „bäh“ sind und bei einem leckeren Frühstück nichts verloren haben. Sehr schade.
Rührei, Würstchen und Speck versteckten sich unter einer Metallhaube, die der freundliche junge Mann in Kochuniform, der hinter dem Tisch stand, gerne für mich anhob. Eine Brötchenzange holte er allerdings trotz meiner vorherigen Bemerkung: „Ich esse doch kein Brötchen, das schon jeder hier einmal in der Hand hatte!“ nicht. Vermutlich hat er den Zusammenhang nicht begriffen. Schade, aber nicht zu ändern.
Gut fand ich, dass vor allen Speisebehältern kleine Kärtchen aufgestellt waren auf denen stand, was sich auf den Tellern, unter den Hauben und in den Körben befindet. Ok, irgendjemand hätte vielleicht vor dem Aufstellen die Rechtschreibung überprüfen können, aber ich will ja nicht kleinlich sein. Etwas verwirrend fand ich, dass auf der Rückseite der Kärtchen immer was anderes stand als auf der Vorderseite, zum Beispiel vorne „Vanillesoße“ und hinten „Haxen“. Gut, dass wir uns selbst bedienen konnten, wer weiß, was uns der freundliche junge Mann in Kochuniform sonst auf den Teller gepackt hätte …
Zurück am Tisch freute ich mich auf den bereits servierten Kaffee. Zucker stand auf dem Tisch. Kaffeesahne auch. Sehr hübsch anzusehen, so ein ja!Kaffeesahneplastikkännchen …
Aber ich will nicht meckern, immerhin passte es wunderbar zu den Plastikprimeln, die überall auf den Tischen standen.
Zurück zum Essen:
Rührei, Würstchen und Speck sahen wirklich toll aus. Leider war alles komplett kalt.
Im Gegensatz zu Butter und Margarine. Die waren schön warm. 
Artig aß ich meinen Teller leer (ich hatte wirklich wirklich Hunger!) und verwarf den Gedanken, mich später an Sauerkraut und Knödeln satt zu essen. Allerdings bin ich anschließend noch zweimal zum „Dessertbuffet“ gegangen, die Bayrische Creme war zwar aus der Tüte, so wie der Wackelpudding und die Vanillesoße auch, aber lecker.

Meinen Vorsatz „Ich esse jetzt Bayrische Creme für 10 Euro!“ habe ich dann doch nicht in die Tat umgesetzt. Mir war die Lust auf Brunchen gehörig vergangen und die Tatsache, dass der Laden so gut wie leer war, würde ich jetzt nicht mehr unbedingt auf das gute Wetter schieben …

Aber der Brunch war nicht der einzige Grund, warum wir ins Hofbräu gegangen sind. Der Hauptgrund war der Auftritt von Double-Neck

Das hat uns gefallen. Da konnten wir uns mit Linedance von dem schrecklichen Essen ablenken.

Noch ein paar Worte zum Hofbräu:
Das Lokal gefällt mir wirklich außerordentlich gut. Es ist groß und trotzdem gemütlich. Ich war schon einmal zu einer Veranstaltung dort und habe seinerzeit á la carte (Schnitzel mit Pommes) gegessen und das war wirklich gut. Ich war da heute auch ganz sicher nicht zum letzten Mal, aber Brunchen werde ich da auf keinen Fall nochmal.

Ente gut, alles gut!

Ihr erinnert Euch an die Ente, die eigentlich das Rennen gewinnen und dem Hause Wüst damit Ruhm und Ehre machen sollte? 

Na ja, das war ja nun nix. Nachdem wir sie bestens vorbereitet im Startbereich zurückgelassen hatten, ward sie nicht mehr gesehen. Bis heute nicht. (Meine Vermutung war ja dass sie gar nicht erst gestartet ist, sondern sich heimlich aus dem Staub und auf die Reise gen Hollywood gemacht hat. Mehr als einmal hatte sie angemerkt, dass sie sich zu Höherem berufen fühle und unbedingt zum Film wolle …). Jedenfalls haben wir im Ziel umsonst auf sie gewartet. Die ganze Arbeit, das Training, das Styling, alles umsonst. Mann, war ich sauer!
Heute kommt nun eine Kollegin zu mir und erzählt mir, sie habe die Ente gesehen. „Is nich wahr?!?“ „Doch, doch!“, sie war sich ganz sicher und legte mir auch gleich das Beweisfoto vor. (Ohne Beweise läuft bei uns nix!)
(Ein Klick auf die Fotos zeigt sie in Originalgröße.)

Na primstens! Und wo issi nun? Könnt ihr sie sehen?
Dann habe ich ein bisschen gezoomt und siehe da: 

Da issi ja!

Hiermit möchte ich mich in aller Öffentlichkeit dafür entschuldigen, dass ich der Ente mit meiner Vermutung, sie habe sich vor dem Rennen gedrückt, aber sowas von Unrecht getan habe!

Liebe Ente,
Du bist zwar nicht als Siegerin durchs Ziel geschwommen, aber dabei is alles! Mich würde nur noch eins interessieren:

Wo bist Du jetzt?





Nachtrag:
Vielen Dank, liebe G.! Ohne Dich bzw. Euch wäre dieser Beitrag nicht möglich gewesen. (Was macht ihr eigentlich sonst so, wenn ihr nicht grad pinkfarbene Rennenten sucht?) Liebe Grüße und ein herzliches Dankeschön auch an G.!  🙂